Nach anfänglichen Wetterquerelen begannen in Lenzerheide (SUI) hochspannende Wettbewerbe, in denen die Kristallkugeln hart umkämpft waren. Die neu gebaute Silvano Beltrametti Piste forderte mit Steigungen von bis zu 66 Prozent der alpinen Weltcup-Elite alles ab.

Pärson siegt im Herzschlagfinale
In einem wahren Krimi sicherte sich Anja Pärson am letzten Tag des Weltcupfinals in Lenzerheide zum zweiten Mal den Gesamt-Weltcup. Sie blieb zwar beim abschließenden Riesenslalom ohne Punkte, doch ihre ärgste Rivalin Janica Kostelic schaffte nur Platz acht. Dafür bekam die Kroatin 32 Punkte und hatte somit drei Zähler zu wenig auf ihrem Konto.

Poutiainen sichert sich zwei kleine Kristallkugeln
Bereits vor der WM hatte sich Tanja Poutiainen die Trophäe für die beste Slalomfahrerin der Saison sichern können. Beim Finale legte die Finnin noch einen drauf: Sie erreichte beim abschließenden Riesenslalom den zweiten Platz und gewann damit auch die Kristallkugel in dieser Disziplin. Damit krönte die 'Meisterin des Stangenwaldes' ihre überragende Saison, die ihr auch zwei Silbermedaillen bei der Weltmeisterschaft in Santa Caterina eingebracht hatte.

Speedkugeln der Damen gehen nach Österreich
Aus Sicht des ÖSV war auf die beiden erfahrenen Speedfahrerinnen Verlass. Michaela Dorfmeister und Renate Götschl sorgten dafür, dass die Österreicher bei der Vergabe der Kristallkugeln nicht leer ausgingen. Zunächst konnte sich Götschl zum vierten Mal die kleine Kristallkugel in der Abfahrt sichern. Mit dem 37. Weltcup-Sieg ihrer Karriere hielt die 'Speed-Queen' die Deutsche Hilde Gerg in Schach. Einen Tag später hatte Götschl dann im Super-G-Weltcup das Nachsehen. Sie musste ihrer Teamkollegin Dorfmeister in dieser Disziplin den Vortritt lassen. Dorfmeister gewann das Rennen und dann am Ende recht souverän die Super-G-Wertung.

Miller krönt überragende Saison
Es war die Saison des Bode Miller. Er startete mit sechs Siegen in den ersten zehn Rennen und holte dabei den 'Grand-Slam': Er siegte in allen vier Disziplinen. Zusätzlich gelang dem Doppelweltmeister von Bormio in Lenzerheide ein grandioses Finale: Mit einem Sieg im Super-G, zeitgleich mit Landsmann Daron Rahlves, schnappte er Hermann Maier den Super-G Weltcup noch weg. Zwei weitere zweite Plätze in Abfahrt und Riesenslalom und ein sechster Rang im Slalom bescherten Miller dann auch die große Kristallkugel. Auf 194 Punkte vor Konkurrent Benjamin Raich aus Österreich baute der US-Racer den Vorsprung am Ende aus - ein beachtlicher Vorsprung. Bereits vor dem abschließenden Wettbewerb stand Miller daher als Sieger fest.

Raich sammelt zwei Kristallkugeln ein
Als bester Techniker im Feld und auch als beständigster Fahrer der Saison erwies sich der 'Blitz aus Pitz' Benjamin Raich. Fünf Weltcup-Siege und kein einziger Ausfall bescherten Raich den Sieg sowohl im Slalom als auch im Riesenslalom-Weltcup. Während der Österreicher, bei der WM mit fünf Medaillen dekoriert, im Slalom schon vorzeitig als Gewinner feststand, war die Kristallkugel für den Riesenslalom bis zum letzten Fahrer hart umkämpft. Am Ende spielte der Tagessieger Stephan Görgl das Zünglein an der Waage und leistete seinem Landsmann Raich Schützenhilfe, indem er Bode Miller vom ersten Rang verdrängte. Damit lag Raich drei Zähler vor dem Amerikaner und konnte sich über seinen Erfolg freuen.

Walchhofer Nachfolger von Eberharter
In der Abfahrtswertung der Herren gab es in dieser Saison keinen Besseren als den Österreicher Michael Walchhofer. Mit 93 Punkten Vorsprung vor Bode Miller, der nur mit einem Sieg noch theoretische Chancen hatte, ging Walchhofer in das letzte Abfahrtsrennen und holte mit einem vierten Platz souverän die Trophäe. Nachdem der vor ihm gestartete Miller den späteren Tagessieger Lasse Kjus (NOR) nicht hatte schlagen können, war schon vor Walchhofers Start die Entscheidung gefallen. Der Mann aus Zauchensee tritt damit in die Fußstapfen des vor dieser Saison zurückgetretenen ÖSV-Abfahrers Stephan Eberharter, der in den Vorjahren diese Disziplin dominierte.

DSV-Damen mit starkem Finale
Für die deutschen Fahrerinnen gab es beim Saisonfinale Licht und Schatten. Zwar verpasste Hilde Gerg den Gewinn des Abfahrt-Weltcups, ihr dritter Platz bewies aber erneut ihre Klasse in dieser Disziplin, in der Gerg im Weltcup immer unter den besten fünf zu finden war. Ihre Erfolge brachten Gerg auch die beste Platzierung der Deutschen im Gesamt-Weltcup ein: sie wurde Siebte. Als Allrounderin überzeugte Martina Ertl, die in Lenzerheide immer unter den besten zehn zu finden war, das Podest jedoch verpasste. Ein achter und ein neunter Platz in den Speed-Disziplinen waren auch für Petra Haltmayr Grund zur Zufriedenheit. Weniger glücklich war Monika Bergmann-Schmuderer, die als Viertplatzierte des ersten Slalom-Durchgangs im zweiten Lauf ausschied und im Slalom-Weltcup einen bessere Platzierung als Rang acht damit verpasste. Um den Gesamt-Weltcup konnte in Abwesenhet der verletzten Maria Riesch keine der DSV-Damen mitfahren.

Vogl mit gutem Saisonabschluss - Speed Herren schwach
Ein zweiter Platz als Saisonausklang - Alois Vogl konnte sich freuen. Das gute Ergebnis sicherte ihm Platz fünf im Slalom-Weltcup der Herren und damit rutscht Vogl in der kommenden Saison in die erste Startgruppe auf und erhält dadurch eine der begehrten ersten sieben Startnummern. Weniger zufrieden konnten die Speedfahrer Max Rauffer und Florian Eckert mit dem Saisonfinale sein. Während Gröden-Sieger Rauffer am Ende froh war, die Saison ohne Verletzung abgeschlossen zu haben, war Teamweltmeister Eckert nach einem Fehler im Steilhang weit zurückgefallen. Beide werden in der kommenden Saison versuchen, an ihre Top-Leistungen aus diesem Jahr anzuknüpfen - in Lenzerheide ist ihnen das aber nicht gelungen.